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12. August 2026

Online-Shop mit WordPress erstellen: Anleitung in 7 Schritten

WooCommerce-Shop selbst aufsetzen: die 7 Schritte von der Installation bis zum ersten Verkauf, die Rechtspflichten und wann sich eine Agentur lohnt.

Laptop mit WordPress auf einem Holztisch, daneben Notizblock und Stift

WooCommerce ist das meistgenutzte Shopsystem der Welt, und es ist kostenlos. Trotzdem scheitern viele Shops nicht an der Technik, sondern an den Schritten drumherum: Rechtstexte, Zahlungsarten, Produktpflege. Diese Anleitung führt durch alle sieben Schritte, ehrlich inklusive der Stellen, an denen es anstrengend wird. Wir bauen seit Jahren WooCommerce-Shops für Unternehmen aus Magdeburg und Umgebung; die Reihenfolge hier ist dieselbe, mit der wir selbst arbeiten.

Schritt 1: Hosting und WordPress einrichten

Ein Shop braucht kräftigeres Hosting als eine Firmenwebsite, denn jeder Kaufvorgang erzeugt Datenbankabfragen. Wählen Sie einen deutschen Hoster mit SSD-Speicher, täglichen Backups und PHP in aktueller Version. WordPress selbst ist bei den meisten Hostern mit wenigen Klicks installiert. Richten Sie von Anfang an das SSL-Zertifikat ein, ohne https nimmt niemand seine Kreditkarte in die Hand.

Schritt 2: WooCommerce installieren und Grundeinstellungen setzen

WooCommerce installieren Sie als Plugin direkt aus dem WordPress-Verzeichnis. Der Einrichtungsassistent fragt Land, Währung und Maßeinheiten ab. Wichtig für Deutschland: Stellen Sie die Preise auf „inklusive Mehrwertsteuer“ und hinterlegen Sie die Steuersätze 19 und 7 Prozent. Für die deutschen Besonderheiten gibt es das Plugin Germanized, es ergänzt Pflichtangaben wie Lieferzeiten und Grundpreise.

Schritt 3: Rechtstexte, bevor der erste Artikel online geht

Hier entscheidet sich, ob Ihr Shop abmahnsicher startet. Pflicht sind:

  • Impressum und Datenschutzerklärung
  • AGB und Widerrufsbelehrung samt Widerrufsformular
  • Versandkosten- und Zahlungshinweise
  • Der Bestellbutton mit eindeutiger Beschriftung wie „zahlungspflichtig bestellen“
  • Grundpreise bei Waren nach Gewicht oder Volumen

Rechtstexte schreiben Sie nicht selbst. Nutzen Sie einen Generator mit Aktualisierungsservice oder lassen Sie die Texte anwaltlich erstellen. Das kostet weniger als die erste Abmahnung.

Schritt 4: Zahlungsarten anbinden

Deutsche Kunden erwarten Auswahl. Bewährt hat sich die Kombination aus PayPal, Kreditkarte und Kauf auf Rechnung oder Klarna. Jede zusätzliche Zahlungsart senkt die Zahl der abgebrochenen Bestellungen; wer nur Vorkasse anbietet, verliert Käufer im letzten Schritt. Die Anbindung läuft über die offiziellen Plugins der Anbieter, die Einrichtung dauert je Zahlungsart etwa eine halbe Stunde.

Schritt 5: Versand und Steuern durchdenken

Legen Sie Versandzonen und -kosten fest: Deutschland, EU, Rest der Welt. Prüfen Sie vorher Ihre Konditionen bei DHL oder DPD, die Versandkosten aus dem Bauch heraus sind fast immer zu niedrig. Klären Sie mit Ihrem Steuerberater, ob die Kleinunternehmerregelung für Sie gilt und wie Sie Rechnungen archivieren. WooCommerce erzeugt Bestellungen, aber keine GoBD-konforme Buchhaltung; dafür braucht es eine Anbindung an ein Rechnungstool.

Schritt 6: Produkte anlegen, die verkaufen

Der Unterschied zwischen einem Shop, der läuft, und einem, der nur existiert, liegt in der Produktpflege. Schreiben Sie eigene Beschreibungen statt Herstellertexte, Google stuft kopierte Texte ab. Fotografieren Sie Produkte vor neutralem Hintergrund, komprimieren Sie die Bilder und benennen Sie die Dateien nach dem Produkt. Ein Bild namens „IMG_4711.jpg“ hilft niemandem, „lederguertel-braun-35mm.jpg“ schon.

Schritt 7: Testen, dann erst werben

Bestellen Sie selbst, auf dem Handy und am Rechner. Prüfen Sie jede Zahlungsart, die Bestellbestätigung per Mail und den Widerrufsprozess. Erst wenn der Testkauf reibungslos läuft, lohnt es sich, Besucher in den Shop zu holen, ob über Google, Anzeigen oder Social Media.

Und was ist mit KI?

Werkzeuge mit künstlicher Intelligenz nehmen Ihnen inzwischen echte Arbeit ab: Produktbeschreibungen vorformulieren, Bilder freistellen, Kundenanfragen vorsortieren. Was sie nicht ersetzen: die rechtliche Prüfung, die Steuerlogik und die Entscheidung, welche Produkte Sie wie positionieren. KI beschleunigt die Pflege eines Shops, sie baut ihn nicht.

Selbst machen oder machen lassen?

Die ehrliche Einordnung: Einen kleinen Shop mit überschaubarem Sortiment können Sie mit dieser Anleitung selbst aufsetzen, wenn Sie ein Wochenende Zeit und Geduld für die Rechtstexte mitbringen. Eine Agentur lohnt sich, sobald Warenwirtschaft, viele Varianten, Schnittstellen oder ein straffer Zeitplan ins Spiel kommen, oder wenn der Shop vom Start weg über Google gefunden werden soll. Was ein professionell gebauter Shop kostet, steht transparent in unserem Ratgeber Was kostet ein Online-Shop?

Wenn Sie den Shop lieber vom Profi bauen lassen und sich auf Ihre Produkte konzentrieren wollen: Als WooCommerce-Agentur übernehmen wir den kompletten Aufbau, vom Hosting bis zum Testkauf. Hier steht, wie das abläuft – oder schildern Sie uns direkt Ihr Vorhaben, wir antworten mit einer klaren Preisspanne und einem realistischen Zeitplan.

Kategorie: Blog-Artikel

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